Im Garten liegen verteilt Paletten, die ich mal gesammelt und bunt angestrichen habe. Hier eine Sitzecke, dort aus Paletten ein Frühbeet. In meinem Kopf schwirrt seit langer Zeit der Traum eines Hochbeetes. Das, was es in fertig gibt, gefällt mir nicht oder ist mir zu teuer. Warum also nicht einige der Paletten nutzen? Erforscht im Netz, wie so etwas funktioniert und entschieden, das kann ich, das geht einfach. Außerdem liebe ich es, durch den Ansatz von Permakultur, das zu nutzen, was wir haben.

Zuallererst habe ich mir einen schönen, sonnigen Platz gesucht. Ich habe mich für die Größe von 4 Paletten entschieden, es ist es nicht zu groß und das Befüllen fühlte sich realistisch an. Für den Untergrund habe ich erst einmal ringsherum Betonplatten gelegt, so dass die Paletten nicht so schnell gammeln. Diese hatte ich noch zum Glück von unserer Balkonrestaurierung behalten. Nun stellte ich darauf die Paletten quer aneinander lehnend auf. Damit die Paletten auch sicher halten, suchte ich ein paar lange Schrauben und fixierte sie miteinander. Der erste Schritt war geschafft. Nun hieß es Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Also tackerte ich erst einmal engmaschigen Maschendraht unten an den Paletten fest. So ist es für die kleinen Nager nicht ganz so einfach sich zu meinem Gemüse durch zu wühlen. Als nächstes befestigte ich genoppte schwarze Plane innerhalb der Paletten ringsherum. Einmal fällt so die Erde nicht mehr heraus und die Wärme hält sich besser. Ein bisschen widerstrebt es mir, Plastikplane in meinem Beet zu nutzen. Ich vertraue jetzt aber einfach darauf, dass die Stoffe nicht schädlich für das Erdreich und die Pflanzen sind, da die Plane extra für Hochbeete hergestellt wurde.
Nun fingen wir an zu schichten, Als erste Basis legten wir Astwerk hinein, bestimmt eine Schicht von 20 cm. Hier nahmen wir alles außer Tannengrün, da dieses nicht so schnell verrottet. Wir nahmen frisch geschnittenes, alt abgelagertes, wie auch morsches Holz. Darüber legten wir eine gute Schicht kleine Äste. Als dritte Schicht folgte Rasenschnitt. Wir haben 3 Komposthaufen, welche in unterschiedlichen Reifungsstadien sind. Den frischesten legten wir zuerst auf, dann folgte der Reifere. Hier war sehr schön zu beobachten, dass nicht zerquetschte Eierschalen eine Brutstätte für Regenwürmer sind. Es waren tausende darinnen zu sehen. Als vorletzte Schicht kam der reife Kompost oben auf. Zuletzt befüllten wir den Rest mit Erde.



In den letzten Wochen zeigte sich, dass es gut war, das Hochbeet bis an den Rand zu befüllen. Das Material ist schon 10 cm gesunken und sinkt bestimmt noch weiter, alleine schon durch den Prozess des Kompostierens. Aber dann kommt halt wieder etwas Erde oben drauf.

Nun wachsen und gedeihen auf unserem Kompost Salat, Radieschen, Kohlrabi und rote Rüben. Und ich muss sagen, es ist ein Unterschied zum konventionellen Beet. Ja, es wächst schneller. Einerseits ist da sehr viel Energie, anderseits ist es auch wärmer, da das Erdreich nicht nur von oben, sondern auch an den Seiten gewärmt wird. Das Netteste nicht zu vergesse: Unten im letzten Fach der Paletten habe ich Kapuzinerkresse gepflanzt und diese darf nun nach oben ranken und blühen.
Diese Form der Nutzung von schon vorhandenen Dingen lässt uns sehr reich fühlen.
Also später gerne mehr von mir, aus unserem kunterbunten Leben.
